Susy on tour zieht weiter. Folgt uns auf Susy.world

Warum wir uns bewegen müssen und wohin die Reise geht, erfahrt ihr in unserem Screencast oder auf unserem neuen Blog susy.world.

Wir freuen uns auf euch!

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Haut

Die Wirbel in einer Reihe und den Rucksack voller Scones, trägst du dich nach Hause. Legst alles ab, auch die guten Manieren. Nur aus deiner Haut kannst du nicht.

Du vergisst dich zu bedanken, hörst auf dich zu entschuldigen, versuchst dich nicht einmal mehr zu erklären. Ich sehe mich in dir und bin doch so blind. Aber es geht nicht um mich.

Die Trauerweiden bilden einen Vorhang vor dem strahlend blauen Himmel. Es sieht aus wie ein Schwall voller Tropfen, die den Boden nicht erreichen.

Zwischen Alltag und Fernweh oder die zickende Tightbombe

Wir sind wieder in Hamburg angekommen und doch irgendwie nicht. Ich war nicht bereit wiederzukommen, weil ich dachte einen Haufen Mess hier gelassen zu haben. Doch mich hat keiner gefragt, ob ich wiederkommen möchte. Es ist der Moment in dem du den Anruf kriegst, von dem du wusstest, dass er früher oder später kommt. Und du funktionierst, fährst los und hinterfragst nichts.

Und ganz schnell strampelst du dich wieder durch den Alltag und das was du eigentlich hinter dir gelassen hast. Du vermisst eine eigene Wohnung, eine Küche mit Backofen und störst dich neuerdings an deiner Frisur und anderen Banalitäten, wie den roten Flecken im Gesicht oder deinen Falten, die du zum ersten Mal bemerkst. Susy hat Rost angesetzt. Doch das sind alles nur Symptome für das was darunter liegt. Denn wir brauchen nichts.

Das letzte halbe Jahr habe ich gelebt. Jetzt funktioniere ich. Gesellschaftlichkonform. Ich beneble meinen Kopf mit Gin und Rauch. Ich möchte meinen Kopf gegen eine Wand schlagen um dem Schmerz Ausdruck zu verleihen. Oder um ihn zu vertreiben. Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was er will. Aber ich weiß, ich will nicht hier sein -in Hamburg.

Und mein Kopf schreit „hey“ und der Mond lacht über uns.

Die letzten Sommer im Kopf verstaut.

Mine, Der Mond lacht

Einige beneiden uns. Aber manchmal ist es ein Fluch nicht anhalten zu können. Aber wie soll ich für andere da sein, wenn ich erst einmal wieder zu mir finden muss. Ich will mich bewegen. Ich will raus hier. Ich will wieder bei mir ankommen.

Bis denn, Susy und ich machen uns vorerst auf und davon. Wohin? Ans Meer, da wo die Wellen und Sehnsucht uns hintragen.

Snackable Content

Ich lese gerade einen Kurzartikel bzw. Teaser über Snackable Content. Und genau darin findet sich schon die Definition. Kernbotschaften werden in kurzen, knackigen Sequenzen, z. B. über Facebook, Twitter oder andere soziale Dienste in die digitale Welt posaunt -schön in leicht verdaulichen Häppchen. Und auch ganze Geschichten können so produziert und vom User konsumiert werden, was sich im Marketing ja bekanntlich Story Telling nennt. Prost-Mahlzeit! Und schön, dass es endlich ein Wort dafür gibt.

Warum ich euch das erzähle? Ich fange momentan an mich weiter mit Online bzw. Social Media Marketing auseinander zu setzen und mein Marketingwissen zu erweitern. Wie einige wissen, bin ich nämlich im Marketing tätig gewesen. Doch ich sehe nicht nur bei vielen Unternehmen, sondern auch bei mir Handlungsbedarf. Seitdem ich meinen Job an den Nagel gehängt habe, eine kleine Auszeit hatte, reisen und (er-)leben konnte, habe ich endlich wieder die Leidenschaft gefunden zu lernen -und zwar für mich. Im Beruf ging es darum abzuarbeiten, die Projekte just-in-Time abzuliefern, auf Knopfdruck kreativ zu sein, nicht zu hinterfragen und zu funktionieren. Da bleibt in der 60-Stunden-Woche des Angestellten wenig Platz für eigene Ideen oder Wissensdurst und -drang.

Ich sehne mich momentan danach in Fachliteratur -ganz analog und aus Papier- zu verschwinden, mit Textmarkern und Post-its Anmerkungen zu machen und mich ganzen Kapiteln ausführlich hinzugeben. Ich möchte Fakten lesen, die mich vielleicht nicht zwingend interessieren und selbst bewerten, ob sie relevant sind und in Verbindung mit meiner Thematik stehen. Ich möchte mit einem Bleistift Logigramme auf Papier malen und mir Zusammenhänge selbst erschließen.

Kurzum ich möchte keinen Snackable Content mehr. Leider ist es etwas -nennen wir es mal retro- sich einer digitalen Thematik analog nähern zu wollen. Also konsumiere ich vorerst Snackable Content, google dann nach Fachliteratur und zäune so das Pferd von hinten auf. Warum? Ich möchte wieder proaktiv denken bzw. lernen und nicht konsumieren. Womöglich fehlt mir nur ein neues, geeignetes Werkzeug bzw. eine Methodik. Aber ich hoffe, wenn ich mich weiter mit der Thematik des Online Marketings beschäftige, einen Weg zu finden.

Ich snacke jetzt auch erst einmal…und zwar ganz leichte Kost 😉

Manchmal

Manchmal wünsche ich mir, dass du mir den Strand entlang hinter her kommst. Manchmal wünsche ich mir, dass du wieder mehr Musik machst. Manchmal wünsche ich mir, dass wir barfuß im Regen tanzen. Manchmal wünsche ich mir, dass wir uns nachts die Sterne anschauen und nicht auf das nächste mal warten, weil wir zu müde sind. Manchmal wünsche ich mir, dass wir weniger auf morgen schieben und weniger an gestern denken. Manchmal wünsche ich mir mehr Bewusstsein für diese Momente und mehr Elan um dich mit zu reißen. Und häufig ist alles einfach gut, genau so wie es ist.

Woanders 

Ende 2017: Innerhalb von einer Woche fliegen wir von Málaga nach Hamburg und Montepellier. Den Kopf über den Wolken, doch unser Geist immer noch am letzten Ort.
Wir verbringen die Feiertage mit unseren Familien in Hamburg und das neue Jahr bei Freunden in Frankreich und fühlen uns geborgen, heimisch, mit einem Gefühl der Vertrautheit und einer Spur Nostalgie. Doch ich fühle mich nicht zuhause. Mich überkommt eine bleiernde Müdigkeit ebenso wie die Frage, was ich hier überhaupt mache. Hamburg peitscht mir seinen kalten Atem ins Gesicht und ich bin nicht gewillt meine andere Wange hinzuhalten. Hamburg ist nass und grau, so wie ich es gewohnt bin und es mir ausgesucht habe. Doch nach der Euphorie der letzten drei Monate bin ich immer noch nicht satt. Es geht nicht darum nach dem mehr zu suchen, sondern einfach mal weiter zu laufen, auch wenn man müde ist, nicht zu stagnieren und die Augen offen zu halten und zu finden, was man nicht gesucht hat, das aber genau passt und irgendwie vollkommen ist.

Doch bevor ich diesen Gedanken überhaupt fassen kann, verlassen wir Hamburg auch schon wieder und begeben uns in die kalten, aber zärtlichen Hände Frankreichs und unserer Freunde.

Woanders weiß man selber wer man ist, hier wissen es die anderen. Das ist Heimat.

Film „Sommerfest“, von Sönke Wortmann, Deutschland, 2017.